Big Olifr M. Guz 2.12.67 – 19.1.2020

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Er konnte gut warten. Er war ein Profi auch in dieser Disziplin. Endlose Busfahrten, Backstage-Hockerei waren sicher eine gute Schule, aber er hat das schon mitgebracht, das Unaufgeregte, die Ruhe, das Stoische, die Coolness, wie immer man das nennen mag. Und dann im richtigen Moment zuschlagen, die Katze aus dem Sack lassen, den Bär auspacken, den richtigen Spruch bringen, locker aus der Hüfte geschossen und treffsicher wie Wilhelm Tell. Apropos: Wir waren in Berlin ca. 2010 an der Bar vom Laden wo wir am Abend spielen sollten. Oli will was bestellen und der Barmann fragt mit leicht angepisstem Tonfall „Und wer bist du?“ worauf Oli antwortet „Ich bin der König der Schweiz und befehle dir mir ein Bier auszuschenken“. So einer war er.

Er hat die letzten Monate seine Königsdisziplin zur Vollendung gebracht. 114 Tage im Spital gewartet auf ein neues Herz. Gewartet mit unaufgeregter Grösse, Humor und Anstand. Nie ein böses Wort. So war er im E29 Ost, seiner letzten Wohnung. Wir haben dort alte Geschichten aufgewärmt, viel gegackert und Pläne geschmiedet für die Zeit nach der OP. Die Platte fertig machen, die Tour ca. dann. Alles wird gut. Wir haben nicht daran gezweifelt. Wie sollte es auch anders sein.

Am Ende des 114ten Tages hatte das Warten ein abruptes Ende.

Olifr M. Guz du fehlst uns sehr
In Liebe
Motte, Dani, Roger, Marc, Lukas, Pepi

https://www.srf.ch/sendungen/sounds/die-sounds-von-guz-erinnerungen-an-den-aeronauten-frontmann

https://taz.de/Schweizer-Musiker-Guz-gestorben/!5659004/

https://www.watson.ch/leben/musik/447901557-olifr-m-guz-von-den-aeronauten-ist-tot

https://www.tagesanzeiger.ch/kultur/pop-und-jazz/guz-ist-tot/story/28524075